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Parkinson

Koffein lindert Symptome

19.10.2012

Koffein lindert Symptome

Dass koffeinhaltige Getränke den Tremor verstärken könnten, das müssen Parkinson-Kranke offenbar nicht befürchten. Im Gegenteil: Das Symptom wird durch Koffein sogar teilweise gebessert, wie eine Studie jetzt ergeben hat.

Die Hinweise jedenfalls, auf positive Auswirkungen des Adenosinrezeptor- Antagonisten Koffein gegen Morbus Parkinson mehren sich: Personen, die viel Kaffee oder schwarzen Tee trinken, erkranken seltener an Parkinson.

In Tiermodellen für die neurodegenerative Erkrankung wurde mit Koffein eine Verbesserung der motorischen Symptome erzielt. Kanadische Neurologen nahmen dies zum Anlass, die symptomatische Wirkung von Koffein bei Parkinsonkranken zu untersuchen. Zwar lieferte die Studie den Nachweis, dass Koffein bei übermäßiger Tageschläfrigkeit keinen signifikanten Nutzen hat. Als wirksam erwies sich die Koffeingabe jedoch in Bezug auf den sekundären Studienendpunkt: Die motorische Symptomatik reduzierte sich gemäß der Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) III um 3,2 Punkte, von 23,2 auf 20,0 Punkte. Nebenwirkungen, insbesondere Reizbarkeit, Schlaflosigkeit oder Verschlechterung des Intentionstremors, wurden unter Koffein nicht häufiger festgestellt als unter Placebo.

Als Wirkmechanismus des Koffeins wird eine Verstärkung der dopaminergen Signalübertragung vermutet. Nach Ansicht des Gastkommentators Dr. Michael A. Schwarzschild von der Harvard-Universität lässt die aktuelle Datenlage zwar noch keine Empfehlung für Koffein zur Parkinsontherapie zu, die Ergebnisse sollten aber berücksichtigt werden, wenn mit Parkinsonpatienten über den Koffeinkonsum im Rahmen der Ernährung gesprochen werde.

Quelle: Ärztezeitung.de