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Nicht bedarfsgerecht

Demenzpatienten im Krankenhaus

19.10.2012

Nicht bedarfsgerecht: Demenzpatienten im Krankenhaus

Nicht bedarfsgerecht: Demenzpatienten im Krankenhaus

Wenn Patienten mit einer Demenzerkrankung wegen eines Herzproblems oder eines Sturzes in ein Krankenhaus eingeliefert werden müssen, geht es ihnen nicht nur schlecht, es ergeht ihnen auch schlecht. Das ist das Ergebnis einer Studie von Prof. Dr. Ingo Füsgen, Geriater der Universität Witten/Herdecke, die er mit Dr. Dag Schütz veröffentlicht hat. Ihren Erhebungen zufolge kann man davon ausgehen, dass

  • 30 % aller Patienten in Krankenhäusern unter Hirnleistungsstörungen/ Demenz leiden,
  • 50 % aller älterer Patienten in geriatrisch spezialisierten Krankenhausabteilungen unter Demenz bzw. kognitiven Störungen leiden.

Weil aber die Krankenhäuser nicht auf diese Patientengruppe eingestellt seien, würde der Aufenthalt für Patienten mit kognitiven Störungen zu einer Einbahnstraße in ein Pflegeheim.

Weder Ärzte noch Pflegende seien auf die verwirrten Patienten eingestellt und dafür auch unzureichend ausgebildet. Deshalb würde die Verwirrung oft noch gesteigert und die Patienten müssen ins Pflegeheim. Das ist für die Patienten und die Angehörigen schlimm, aber auch für die Gesellschaft, die die Kosten tragen muss.“ Da läuft etwas im Gesundheitssystem schief und niemand sieht hin“, warnt Füsgen und fordert:

  • Spezielle Weiterbildungen für Ärzte und Pflegende im Umgang mit Demenzpatienten
  • Erfassung des Risikopotentials schon bei der Aufnahme, so wie es für Wundliegen längst üblich ist (frühe Intervention, Pflegeverlaufsbogen)
  • Anpassungen in der Stellenausstattung und bei den Fallpauschalen

Quelle: idw/ Universität Witten/ Herdecke (UW/H)